Wenn man an Sardinien denkt, kommen einem meist sofort strahlend weiße Strände und ein Meer in allen Blautönen in den Sinn. Und ja – das stimmt auch. Aber das ist längst nicht alles. Sardinien bietet raue Gebirge, jahrhundertealte Dörfer und überraschend viel unberührte Natur. So viel sogar, dass die Insel gleich drei sehr unterschiedliche Nationalparks besitzt. Und glaub uns: Jeder einzelne davon lohnt sich.
Die Natur auf Sardinien
Die Natur auf Sardinien ist alles andere als vorhersehbar. Im einen Moment stehst du an einer türkisfarbenen Bucht, eine Stunde später fährst du durch zerklüftete Berglandschaften, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Die Strände Sardiniens ziehen (völlig zu Recht) viel Aufmerksamkeit auf sich – mit glasklarem Wasser und Sand, der fast zu perfekt aussieht, um echt zu sein. Doch sobald man den Blick von der Küste löst, zeigt sich erst, wie vielseitig die Insel wirklich ist.
Sardinien verfügt über drei Nationalparks: ein imposantes Berggebiet, einen paradiesischen Archipel und eine abgelegene Insel, auf der… weiße Esel das Sagen haben. Von Wanderungen über Hochebenen bis hin zu Bootstouren entlang einsamer Strände – langweilig wird es hier garantiert nicht (außer man möchte genau das).
💡 Neugierig auf die schönsten Strände Sardiniens? Die Chancen stehen gut, dass du nach dem Lesen spontan deinen Urlaub verlängern willst.
Die Vegetation ist typisch mediterran: duftende Sträucher, Korkeichen und Olivenbäume, die schon hier standen, als die Römer noch nichts von Selfies wussten. Inmitten dieses Grüns leben besondere Tierarten wie der sardische Esel, der scheue Mufflon und rosafarbene Flamingos, die man vor allem rund um Gebiete wie den Stagno di Molentargius beobachten kann. Dank geschützter Naturgebiete bleibt diese Vielfalt bis heute gut erhalten.
Du kannst hier wunderbar wandern, Tiere beobachten und einfach die Ruhe genießen. Wir waren ehrlich gesagt sehr positiv überrascht von der Natur auf Sardinien.

Nationalpark Gennargentu – Die Berge im Herzen Sardiniens
Das Gennargentu-Gebirge liegt mitten auf der Insel und ist das größte sowie gebirgigste Naturgebiet Sardiniens. Keine Strandpromenade, keine Beachbars – dafür schroffe Berge, tiefe Schluchten und Dörfer, in denen das Leben noch angenehm langsam verläuft.
Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis. Von Cagliari aus bist du etwa 2,5 Stunden unterwegs, von Olbia rund 1 Stunde und 45 Minuten. Öffentliche Verkehrsmittel kannst du hier vergessen – ein Mietwagen ist absolut notwendig. Die Strecke selbst ist wunderschön, und ein Stopp für einen Espresso unterwegs gehört eigentlich dazu.
💡 Lies hier unsere persönlichen Erfahrungen mit Mietwagen und Autofahren auf Sardinien (Spoiler: Es war deutlich entspannter als erwartet – trotz italienischem Fahrstil).
Das absolute Highlight des Parks ist ohne Zweifel die Gola di Gorropu, auch bekannt als der „Grand Canyon Europas“. Mit Felswänden von bis zu 500 Metern Höhe ist diese Wanderung beeindruckend – selbst für alle, die normalerweise eher wegen der Aussicht als wegen der Kilometer unterwegs sind. Plane am besten einen ganzen Tag ein. Eine geführte Wanderung ist ebenfalls möglich und sehr empfehlenswert, wenn du mehr über die Umgebung erfahren möchtest.
👉 Geführte Wanderung durch die Gola di Gorropu ansehen


Neben Wandern kannst du den Gennargentu auch per E-Bike erkunden – perfekt, wenn die Beine zwischendurch eine Pause brauchen. Außerdem lohnt sich die Suche nach versteckten Wasserfällen wie Piricanis. Aktiv oder entspannt: Dieser Nationalpark passt sich erstaunlich gut deinem Tempo an.
Nationalpark La-Maddalena-Archipel – Inselhopping vom Feinsten
La Maddalena liegt vor der Nordostküste Sardiniens und fühlt sich an, als wäre man versehentlich in einer Postkarte gelandet. Türkisfarbenes Wasser, verlassene Strände und Inseln, auf denen kaum jemand lebt. Der Archipel besteht aus sieben größeren Inseln und unzähligen kleinen Felseninseln, wobei La Maddalena die Hauptinsel ist.
Perfekt für einen Tagesausflug – viele bleiben aber auch länger. Auf der Hauptinsel befindet sich die größte „Stadt“ des Archipels, mit einer richtig angenehmen Atmosphäre.

Du fährst nach Palau im Norden Sardiniens (von Olbia etwa 45 Minuten) und nimmst dort die Fähre. Nach rund 20 Minuten erreichst du La Maddalena, wo du sogar mit dem Mietwagen unterwegs sein kannst. Wer es entspannter mag, entscheidet sich für eine Bootstour durch den La-Maddalena-Archipel – inklusive Schwimmen, Schnorcheln und Sonnenbaden.
Ein besonderes Highlight ist die Insel Budelli mit ihrer berühmten Spiaggia Rosa – ja, ein rosa Strand. Die Farbe entsteht durch eine Mischung aus Sand, winzigen Korallenstücken und Muschelresten. Der Strand ist heute geschützt und nicht mehr betretbar, kann aber aus der Ferne bestaunt werden. Und nein: knallpink ist er nicht, eher zart rosé.
La Maddalena ist ideal für Bootstouren, Schnorcheln und Delfinbeobachtungen. Entlang der Küste findest du zahlreiche Grotten, und viele Touren halten an einigen der schönsten Strände Sardiniens – inklusive mehrerer Badepausen.
Nationalpark Asinara – Die Insel der weißen Esel auf Sardinien
Der Nationalpark Asinara liegt vor der Nordwestküste Sardiniens, oberhalb von Porto Torres, und ist vielleicht der außergewöhnlichste Park von allen. Die Insel ist größtenteils unberührt und fühlt sich wunderbar abgeschieden an. Und ja – hier laufen tatsächlich weiße Esel frei herum.
Der Name Asinara leitet sich von den wilden Eseln (asini bianchi) ab, die hier leben. Für mich persönlich war das einer der Hauptgründe, diese Insel unbedingt besuchen zu wollen. Du erreichst Asinara per Boot ab Stintino oder Porto Torres oder im Rahmen einer organisierten Tour.

💡 Asinara ist nur eine von vielen Inseln rund um Sardinien. Auch Tavolara und Sant’Antioco sind sehenswert. Lies dazu unseren Artikel über die Inseln rund um Sardinien.
Ein besonders markanter Ort ist das ehemalige Gefängnis von Fornelli – Asinara war früher eine Strafkolonie. Das Gelände kann noch heute besichtigt werden und gibt einen faszinierenden (und etwas skurrilen) Einblick in die Geschichte der Insel.
Die Natur Asinaras ist spektakulär: schroffe Klippen, traumhafte Strände wie Cala dell’Arena Bianca und kristallklares Wasser. Die Insel ist ein Paradies für Wanderer, Radfahrer und Schnorchler. Mit etwas Glück lassen sich in den umliegenden Gewässern sogar Robben, Delfine oder Wale beobachten.

Mietwagen sind auf Asinara nicht erlaubt, dafür gibt es vor Ort zahlreiche geführte Touren. Fahrräder kannst du ebenfalls mieten – ideal, um die Insel in deinem eigenen Tempo zu entdecken. Außerdem werden verschiedene Bootstouren angeboten.
Mit dem Auto zu den Nationalparks Sardiniens
Die einfachste Möglichkeit, die Nationalparks Sardiniens zu besuchen, ist mit dem eigenen Fahrzeug. Du kannst mit dem Auto oder Wohnmobil nach Sardinien reisen oder dir vor Ort einen Mietwagen auf Sardinien nehmen – am Flughafen oder in größeren Städten.
Zwischen den Städten ist der öffentliche Verkehr gut ausgebaut, doch sobald es in abgelegenere Bergregionen geht, stößt man schnell an Grenzen.
La Maddalena und Asinara erreichst du per Boot, für den Gennargentu und den Supramonte ist ein Auto jedoch unverzichtbar.
Wir mieten unseren Wagen häufig bei Sunny Cars: gut erreichbarer Kundenservice, transparente Preise und eine große Auswahl.
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Häufig gestellte Fragen
Sardinien hat drei offizielle Nationalparks. Zusätzlich gibt es mehrere regionale Naturparks und Schutzgebiete auf der Insel – Natur gibt es also mehr als genug, selbst für einen einwöchigen Aufenthalt (der eigentlich viel zu kurz ist).
Für Wanderfans ist der Nationalpark Gennargentu die beste Wahl. Hier erwarten dich lange Wanderungen, Bergpfade und die beeindruckende Gola di Gorropu, auch bekannt als der Grand Canyon Europas. Gutes Schuhwerk und eine gewisse Grundkondition sind empfehlenswert.
Ja! In den Nationalparks kannst du unter anderem Mufflons, Wildpferde, Flamingos, Delfine und die berühmten weißen Esel von Asinara sehen. Mit etwas Glück sogar Wale – garantiert ist nichts, spannend aber immer.
Ja, Asinara ist perfekt für einen Tagestrip. Von Stintino oder Porto Torres aus erreichst du die Insel per Boot oder organisierter Tour. Wandern, Radfahren, Schnorcheln und natürlich die weißen Esel suchen – alles an einem Tag möglich.
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Die meisten Nationalparks auf Sardinien sind kostenlos zugänglich. Für bestimmte Aktivitäten, Bootstouren oder geführte Wanderungen fallen jedoch Kosten an – und das ist es meist absolut wert.
Für Familien sind La Maddalena und Asinara besonders gut geeignet. Bootsausflüge, ruhige Strände und kurze Wanderungen machen diese Parks auch mit Kindern angenehm. Der Gennargentu ist etwas anspruchsvoller und besser für ältere Kinder geeignet.




