Im äußersten Norden von Sardinien, ganz in der Nähe von Santa Teresa Gallura, liegt Capo Testa – ein Ort, den man kaum in Worte fassen kann. Über Millionen von Jahren hat das Meer hier den Granit geformt und eine fast surreale Landschaft geschaffen. Die Felsen sind rund geschliffen, verdreht und ausgewaschen – manche erinnern an Tiere, Gesichter oder abstrakte Kunstwerke. Wenn du gerne wanderst und deinen Urlaub in Nord-Sardinien verbringst, ist Capo Testa ein perfektes Ausflugsziel.
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Wo liegt Capo Testa genau?
Capo Testa befindet sich am nördlichsten Punkt Sardiniens, nur etwa fünf Kilometer von Santa Teresa Gallura entfernt. Vom Ort aus erreichst du die kleine Halbinsel in rund zehn Minuten mit dem Auto. Sie ist über einen schmalen Landstreifen mit dem Festland verbunden. Schon die Fahrt dorthin lohnt sich – mit Blick auf die felsige Küste, kleine Buchten und in der Ferne sogar Korsika.
Vor Ort gibt es einen kleinen Parkplatz nahe dem Eingang des Naturgebiets. In der Hochsaison ist dieser schnell voll, daher lohnt es sich, früh morgens oder später am Nachmittag zu kommen. Vom Parkplatz aus wanderst du in Richtung des Leuchtturms von Capo Testa, dem Faro di Capo Testa.
Was kannst du bei Capo Testa unternehmen?
- Wandern zwischen spektakulären Felsformationen
Capo Testa ist ein echtes Paradies für Wanderer. Es gibt mehrere Wege durch das Gebiet – einige gut begehbar, andere eher kleine Trampelpfade über die Felsen. Feste Schuhe sind unbedingt empfehlenswert, denn das Gelände ist steinig und uneben.
Die bekannteste Route führt zum Leuchtturm, doch am schönsten ist es, einfach loszuziehen und die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. Unterwegs erreichst du auch die Valle della Luna, das sogenannte „Tal des Mondes“. Hier liegen riesige, rund geschliffene Granitblöcke in einer Landschaft, die fast außerirdisch wirkt. In den 1960er- und 1970er-Jahren war dieses Tal ein Rückzugsort für Hippies, die in Höhlen lebten. Heute ist es vor allem bei Wanderern und Fotografen beliebt, die Ruhe und besondere Naturkulissen suchen.
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Baden und Schnorcheln
Zwischen den Granitfelsen verstecken sich kleine Strände und Buchten mit kristallklarem Wasser. Besonders bekannt ist die Cala Spinosa – eine schmale Bucht mit türkisfarbenem Meer und hellem Sand. Der Abstieg erfolgt über Felsen, doch unten angekommen wirst du mit glasklarem Wasser belohnt. Perfekt zum Schnorcheln: Mit etwas Glück entdeckst du Seesterne, Seeanemonen und bunte Fischschwärme.
Wer es ruhiger mag, folgt der Küstenlinie weiter. Es gibt zahlreiche kleinere Buchten, in denen du manchmal ganz allein bist. Wichtig: Es gibt kaum Infrastruktur. Nimm ausreichend Wasser, Snacks und Sonnenschutz mit.
Den Sonnenuntergang genießen
Wenn die Sonne langsam untergeht, zeigt sich Capo Testa von seiner schönsten Seite. Die Granitfelsen leuchten in Gold- und Orangetönen, das Meer wirkt fast still. Von den Klippen nahe dem Leuchtturm hast du einen der schönsten Ausblicke ganz Sardiniens – mit Sicht bis nach Korsika.
Am Abend sind die meisten Tagesgäste bereits verschwunden, sodass eine besonders ruhige und romantische Atmosphäre entsteht.
Ein Hauch Geschichte
Capo Testa blickt auch auf eine interessante Vergangenheit zurück. In der Römerzeit wurde hier Granit abgebaut, der für Tempel und Bauwerke in Rom verwendet wurde. Spuren dieser alten Steinbrüche sind noch heute sichtbar. Nach der römischen Epoche wurde das Gebiet weitgehend verlassen, und die Natur eroberte sich alles zurück. Heute gehört Capo Testa zu einem geschützten Naturgebiet.
Hotels in der Nähe von Capo Testa
Übernachten in einem traditionellen Turm
Auf Capo Testa kannst du ganz besonders übernachten – in einem traditionellen Turmhaus. Du mietest den gesamten Turm, also praktisch ein eigenes Ferienhaus. Das Highlight ist die Dachterrasse mit traumhaftem Blick über die Küste.
Der Gastgeber ist sehr freundlich und gibt gerne persönliche Tipps für die Umgebung. Insgesamt gibt es vier Schlafplätze. Die Unterkunft eignet sich auch hervorragend für einen Urlaub mit Kindern auf Sardinien.

Insider-Tipps für deinen Besuch
- Komm früh am Morgen oder später am Nachmittag. Mittags ist es heiß und oft gut besucht. Morgens genießt du Ruhe, abends einen spektakulären Sonnenuntergang.
- Trage feste Schuhe, da die Wege steinig und uneben sind.
- Nimm Sonnenschutz, Snacks und ausreichend Wasser mit – es gibt kaum Schatten und keine Versorgungsmöglichkeiten.
- Parken: Der kleine Parkplatz am Eingang ist im Juli und August schnell voll. Alternativ kannst du in Santa Teresa Gallura parken.
- Verbinde deinen Besuch mit Santa Teresa Gallura. Der Ort bietet schöne Cafés, den Strand Rena Bianca und einen herrlichen Blick auf Korsika.




