Sardinien ist berühmt für seine Strände – doch wer glaubt, die Insel bestehe nur aus Sonne, Meer und Cocktails, hat Monte Tiscali noch nicht entdeckt. Die Wanderung zum Monte Tiscali ist kein gewöhnlicher Spaziergang. Sie ist anstrengend, erfordert Klettern und Trittsicherheit – und fühlt sich an wie eine Reise in die Vergangenheit. Erwarte keine asphaltierten Wege, keine Cafés unterwegs und keinen Handyempfang. Was dich stattdessen erwartet: absolute Stille, raue Natur und ein verborgenes Dorf, bei dem selbst Google Maps kurz zögert. Wir teilen hier alle wichtigen Tipps mit dir – aber um wirklich zu verstehen, was diese Wanderung bedeutet, musst du sie selbst erleben.
Was ist Monte Tiscali?
Monte Tiscali ist ein 518 Meter hoher Berg mit einer ganz besonderen Geschichte. In ihm befindet sich eine prähistorische Siedlung, versteckt in einer riesigen eingestürzten Höhle im Supramonte-Gebirge, nahe der Orte Dorgali und Oliena. Das Gebiet liegt auf Höhe von Cala Gonone an der Ostküste Sardiniens.
Hier lebten einst die Nuraghen, vermutlich um sich vor Feinden zu verstecken. Und ganz ehrlich: Wenn du den Weg dorthin selbst gegangen bist, verstehst du sofort, warum sie jahrhundertelang unentdeckt blieben.
Die Siedlung besteht aus Überresten von Steinhütten, verborgen zwischen Felsen und Vegetation. Keine Zäune, keine Informationstafeln, keine Souvenirläden. Monte Tiscali ist kein klassisches Touristenziel, sondern ein echter Geheimtipp. Du erreichst diesen Ort ausschließlich zu Fuß – und genau das hält viele Besucher fern.
Möchtest du ein unbekanntes, ursprüngliches Sardinien entdecken? Dann ist das hier genau dein Ort. Diese Wanderung gehört zu den schönsten Wanderungen auf Sardinien.


Wanderung zum Monte Tiscali: die Routen
Es gibt mehrere Wanderwege zum Monte Tiscali, doch eines haben sie alle gemeinsam: Das ist keine gemütliche Sonntagswanderung.
1. Route über das Valle di Lanaittu (am beliebtesten)
- Startpunkt: Parkplatz Valle di Lanaittu
- Distanz: ca. 6 km (Hin- und Rückweg)
- Dauer: 3–4 Stunden
- Schwierigkeit: mittel bis anspruchsvoll
Dies ist die beliebteste Route und für die meisten Wanderer die beste Wahl. Du startest im beeindruckenden Valle di Lanaittu, wanderst entlang steiler Felswände und beginnst anschließend einen kräftigen Anstieg in Richtung der Doline.
Der Weg ist steinig und stellenweise steil, aber gut erkennbar. Unterwegs erwarten dich fantastische Ausblicke und gerade genug Schatten, um deine Lebensentscheidungen nicht komplett zu hinterfragen.
💡 Diese Route kannst du auch mit einem Guide gehen. Er kennt nicht nur den Weg, sondern gibt dir direkt eine Führung durch das ehemalige Nuraghen-Dorf. Du hast also einen zertifizierten Wanderführer und einen Archäologie-Liebhaber in einer Person.
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2. Oliena → Monte Tiscali (lang, wild und ruhig)
- Startpunkt: Oliena
- Distanz: ca. 10 km (Hin- und Rückweg)
- Dauer: 5–6 Stunden
- Schwierigkeit: anspruchsvoll
Diese Route beginnt deutlich tiefer und verlangt mehr Kondition. Du wanderst durch abgelegenes Supramonte-Gelände mit wenigen anderen Wanderern und einem ordentlichen Höhenunterschied.
Der Vorteil? Ruhe, Stille und echtes Off-the-beaten-path-Feeling.
Der Nachteil? Deine Beine erinnern dich am nächsten Tag noch sehr genau daran.
3. Dorgali → Monte Tiscali (technisch & abenteuerlich)
- Startpunkt: Umgebung von Dorgali
- Distanz: variabel (8–12 km)
- Dauer: 5+ Stunden
- Schwierigkeit: anspruchsvoll bis schwer
Diese Route ist schlechter markiert und enthält technische Passagen. Gute Orientierungsfähigkeiten sind hier unerlässlich. Ohne lokale Kenntnisse kann die Wegsuche schwierig werden – und das ist nicht immer entspannt.
Empfehlung: Nur mit Guide oder mit viel Erfahrung im bergigen Gelände.
Die beste Zeit für einen Besuch des Monte Tiscali
Timing ist hier alles. Wirklich alles.
- Beste Reisezeit: April–Juni & September–Oktober
- Meiden: Juli und August (Hitze + kaum Schatten = keine gute Idee)
- Beste Tageszeit: früh am Morgen
Im Sommer steigen die Temperaturen leicht über 35 Grad. Es gibt unterwegs keine Wasserstellen und kaum Schatten. Monte Tiscali ist beeindruckend, aber kein Ort, um seine Belastungsgrenzen um 14 Uhr zu testen.

Anreise & Parken: So kommst du zum Monte Tiscali
Die meisten Wanderer fahren ins Valle di Lanaittu, erreichbar von Dorgali oder Oliena. Die letzten Kilometer führen über eine schmale, teilweise holprige Straße – also langsam fahren. Sardische Ziegen kennen keine Verkehrsregeln.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Startpunkt nicht erreichbar.
Am Ausgangspunkt befindet sich ein kleiner Parkplatz. Für den Zugang zum archäologischen Gelände zahlst du eine geringe Eintrittsgebühr. Ein Mietwagen ist daher unverzichtbar.
Kein Auto? Dann kannst du auch an einer geführten Tour teilnehmen. Transport und Guide sind dabei direkt organisiert.
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Warum ist die Wanderung zum Monte Tiscali so besonders?
Gute Frage – denn du musst dir diesen Ort wirklich verdienen. Monte Tiscali ist kein bekannter Spot auf Sardinien, und genau das macht ihn so besonders.
- Einzigartige Lage: ein Dorf in einer eingestürzten Höhle
- Historische Atmosphäre: du wanderst durch tausende Jahre Geschichte
- Ruhe & Stille: keine Touristenmassen
- Abenteuergefühl: es fühlt sich wie eine echte Entdeckung an
Praktische Tipps für deine Wanderung
- Trage feste Wanderschuhe (Flip-Flops sind hier eine sehr schlechte Idee)
- Nimm genügend Wasser mit (mindestens 1,5–2 Liter pro Person)
- Sonnenschutz ist absolut notwendig
- Lade dir eine Offline-Karte (z. B. über Maps.me) herunter – der Empfang ist eher Wunschdenken
- Überlege, einen lokalen Guide mitzunehmen – für Sicherheit und spannende Hintergrundinfos
FAQ – Häufige Fragen zu Monte Tiscali
Es handelt sich um eine mittelschwere bis anspruchsvolle Wanderung. Du musst kein Bergsteiger sein, aber eine gute Grundkondition ist hilfreich.
Für ältere Kinder mit Wandererfahrung: ja. Für jüngere Kinder: eher nicht zu empfehlen.
Nein, du kannst Monte Tiscali auch selbst erwandern. Für den archäologischen Bereich zahlst du eine kleine Eintrittsgebühr. Die Wanderung ist jedoch anspruchsvoll, und ein Guide erhöht Sicherheit und Verständnis für die Geschichte von Tiscali.
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Ja! Monte Tiscali ist längst nicht der einzige Berg. Wir fanden Sardinien überraschend bergig und abwechslungsreich – und genau das macht die Insel so spannend.



