Punta La Marmora | Wanderung zum höchsten Punkt Sardiniens

Liebst du Bergwanderungen, weite Ausblicke und dieses euphorische Gefühl, wenn du buchstäblich über allem stehst? Dann gehört die Wanderung zur Punta La Marmora unbedingt auf deine Sardinien-Bucketlist. Diese Tour führt dich zum höchsten Punkt der Insel – und glaub mir: Es fühlt sich wirklich an wie das Dach Sardiniens. In diesem Blog nehme ich dich mit durch alles, was du wissen musst: von Strecke und Höhenmetern bis hin zu Parken und warum diese Wanderung rund um den Sonnenuntergang besonders schön ist.

Was ist Punta La Marmora eigentlich?

Die Punta La Marmora liegt im Naturgebiet Gennargentu, im Osten Sardiniens. Mit 1.834 Metern ist sie der höchste Punkt der Insel. Lass dich von dieser Zahl nicht abschrecken: Die meisten Routen starten bereits auf großer Höhe, sodass der Aufstieg gut machbar ist – auch für aktive Wanderer, die keine Alpinisten sein wollen.

Punta La Marmora wanderung Sardinien

Die beliebteste Route zur Punta La Marmora: ab Bruncu Spina

Die bekannteste und zugleich zugänglichste Route startet bei Bruncu Spina, dem kleinen Skigebiet, das im Winter gelegentlich sogar unter einer Schneedecke liegt. Von hier aus wanderst du etwa 7 bis 8 Kilometer hin und zurück, je nach gewählter Variante. Der Höhenunterschied beträgt rund 350 bis 450 Meter. Die Wege sind gut erkennbar, der Untergrund steinig, aber nicht schwierig, und der Anstieg erfolgt größtenteils gleichmäßig.

Der letzte Abschnitt ist etwas steiler und rauer, aber nie wirklich technisch. Bei gutem Wetter siehst du während der gesamten Wanderung schon dein Ziel: das markante Gipfelkreuz auf dem ansonsten kahlen Bergrücken – sehr motivierend.

Geparkt wird direkt am Skigebiet. Die Zufahrtsstraße ist gut befahrbar und Parken ist kostenlos. Gerade in der Hochsaison ein echter Pluspunkt.

Bruncu Spina Sardinien
Winter Sardinien

Die abenteuerliche Route ab S’Arena

Wer es ruhiger und etwas ursprünglicher mag, wählt die Route ab S’Arena. Dieser Weg ist länger und deutlich weniger frequentiert als die Strecke ab Bruncu Spina. Je nach Startpunkt solltest du mit 10 bis 12 Kilometern rechnen.

Diese Wanderung fühlt sich sofort alpiner an: weite Täler, felsige Hochflächen und lange Abschnitte, in denen man sich völlig allein fühlt. Der Höhenunterschied liegt bei etwa 600 Metern, was die Tour etwas anspruchsvoller macht. Dafür wirst du mit einem großartigen Gefühl von Weite und Natur belohnt – für Naturliebhaber vielleicht die schönste Variante.

Die längere Bergpass-Route über Arcu Artilai

Eine weitere Möglichkeit führt über den Arcu Artilai, einen beeindruckenden Bergpass an der Südseite des Gebirges. Diese Route ist ideal für Wanderer, die längere, ruhige Strecken lieben. Sie ist weniger bekannt und daher ein echtes Highlight für Fans einsamer Landschaften.

Der Weg beginnt breit und angenehm, wird später jedoch steiniger. Du wanderst überwiegend durch offenes Gelände mit konstanten Weitblicken. Die Strecke beträgt meist 9 bis 11 Kilometer, mit einem Höhenprofil ähnlich wie bei der Route ab S’Arena. Eine Tour, bei der man oft stehen bleibt – nicht aus Erschöpfung, sondern weil die Landschaft so beeindruckend ist.

Schönste wanderungen Sardinien
Hohe punkt Sardinien

Warum der Sonnenuntergang der perfekte Zeitpunkt ist

Wenn ich nur einen Tipp geben darf: Geh zum Sonnenuntergang. Das Gennargentu-Gebirge verändert sich komplett, sobald das Licht weicher wird. Die kargen Berge färben sich rosa und golden, lange Schatten ziehen durch die Täler und meist sorgt eine leichte Brise dafür, dass die Hitze des Tages verschwindet.

Mit guter Planung stehst du genau zur richtigen Zeit oben und siehst, wie Sardinien langsam im Abendlicht versinkt. In der Ferne glitzert das Meer, und man hat fast das Gefühl, die Insel unter sich einschlafen zu sehen. Absolut magisch. Nimm unbedingt eine Stirnlampe für den Abstieg mit, denn auch wenn der Weg gut sichtbar ist, brauchst du im Dunkeln zusätzliches Licht.

Wo parken?

Der meistgenutzte Startpunkt ist der Parkplatz am Skigebiet Bruncu Spina (ja, im Winter liegt hier tatsächlich manchmal Schnee). Das ist der Ausgangspunkt für die beliebteste Route zur Punta La Marmora. Du erreichst ihn nur mit dem Auto, ein Mietwagen auf Sardinien ist also unverzichtbar.
💡 Wir haben unser Auto über Sunny Cars gemietet und damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Gut zu wissen:

  • Parken ist kostenlos
  • Die Zufahrtsstraße ist gut, in den letzten Kilometern jedoch teils steil und schmal
  • Die Wanderbeschilderung beginnt direkt am Parkplatz

Tipp: Lade dir die Route vorab offline in Komoot oder Maps.me herunter – der Handyempfang kann unterwegs ausfallen.

Beste Reisezeit für Punta La Marmora

Das Gennargentu-Gebirge ist das ganze Jahr über beeindruckend, die ideale Zeit für eine Wanderung liegt jedoch zwischen Mai und Oktober.
Im Frühling blüht die Landschaft, im Sommer ist es dank der Höhe gut auszuhalten (vor allem am späten Nachmittag), und der Herbst ist vielleicht die schönste Zeit: klar, ruhig und angenehm mild.

Im Winter kann es schneien und eisig werden. Dann ist der Gipfel nur für sehr erfahrene Bergwanderer mit entsprechender Ausrüstung zu empfehlen.

💡 Durch die Höhe kann es oben 8 bis 10 Grad kühler sein als unten – eine Jacke oder ein Fleece gehört also immer in den Rucksack.

Weniger geeignet bei:

  • starken Sommer-Hitzewellen
  • Winterbedingungen mit Schnee (nur für erfahrene Winterwanderer)
  • extremem Wind

Praktische Tipps für deine Wanderung

  • Schuhe: stabile Wanderschuhe oder Trailrunner reichen aus
  • Wasser: mindestens 1,5 Liter pro Person (keine Wasserstellen unterwegs)
  • Windjacke: auch im Sommer sinnvoll
  • Kamera oder Smartphone: die Aussicht ist großartig (und fürs Notfall-Tracking praktisch)
  • Stirnlampe: besonders wichtig bei Sonnenuntergangs-Touren

Lohnt sich die Wanderung zur Punta La Marmora?

Ganz klar: ja.
Es ist eine dieser Wanderungen, die wenig Aufwand erfordern, aber unglaublich viel zurückgeben. Ruhe, endlose Ausblicke, sanfte Bergketten – und oben dieses unvergessliche „Wow, das ist also auch Sardinien“-Gefühl.

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