Wusstest du, dass du an einigen der schönsten Strände auf Sardinien nicht einfach so dein Handtuch ausbreiten kannst? Um die Natur zu schützen, gilt an immer mehr Stränden eine Besucherobergrenze. Für manche Strände auf Sardinien musst du vorab reservieren, besonders in der Hochsaison. In diesem Artikel zeigen wir dir alle Strände, für die das gilt, wie die Buchung funktioniert und worauf du achten musst.
Gut zu wissen: Die Regeln können sich von Jahr zu Jahr ändern. Überprüfe daher immer die offizielle Website, bevor du dich auf den Weg machst.
Warum muss man für manche Strände reservieren?
Sardinien besitzt einige der schönsten Strände Europas. Das zieht jedes Jahr Millionen von Besuchern aus aller Welt an. Besonders im Juli und August kann es extrem voll werden. An manchen Orten lagen früher hunderte Handtücher dicht an dicht.
Um die Natur zu schützen, hat die Regionalregierung zusammen mit verschiedenen Gemeinden Maßnahmen ergriffen. Durch die Begrenzung der Besucherzahlen bleiben die Strände sauberer, die Dünen werden geschont und Erosion wird verhindert.
Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch angenehmer für die Urlauber. Es gibt mehr Platz im Sand und der Strandtag verläuft deutlich entspannter als bei riesigen Menschenmassen.
Cala Goloritzé
Cala Goloritzé ist vielleicht der bekannteste Strand Sardiniens. Er liegt an der wilden Ostküste, mitten im beeindruckenden Golfo di Orosei. Die Kombination aus weißen Kieselsteinen, türkisblauem Wasser und der ikonischen Felsnadel macht die Bucht zu einem der beliebtesten Fotomotive der Insel.
Achtung! Für alle Strände am Golf von Orosei ist eine Reservierung erforderlich, wenn du sie per Boot ansteuerst. Machst du eine geführte Bootstour mit? Dann wird das in 9 von 10 Fällen für dich erledigt. Möchtest du selbst ein Boot mieten? Dann musst du dich auch selbst um die Reservierung kümmern.
Warum muss man reservieren?
Jeden Tag darf nur eine begrenzte Anzahl von Personen den Strand besuchen – Ziel sind maximal 250 Menschen gleichzeitig. So bleibt die Natur erhalten und eine Überfüllung wird vermieden. Die Cala Goloritzé ist nicht groß und nur über eine längere Wanderung oder per Boot erreichbar.


Wie reserviert man für die Cala Goloritzé?
Deine Reservierung machst du im Voraus über das offizielle Buchungssystem der Gemeinde Baunei. Wähle das gewünschte Datum, zahle die Eintrittsgebühr und speichere die Bestätigung auf deinem Smartphone.
Diese Reservierung gilt für die Wanderung zur Cala Goloritzé, da Boote hier nicht direkt anlegen dürfen. Die Wanderung ist 3,5 Kilometer lang und überwindet 500 Höhenmeter.
Die Reservierung kostet 7 € pro Person. Die Tickets sind begehrt und gehen immer 3 Tage im Voraus um Mitternacht in den Verkauf.
Unsere Tipps
- Reserviere so früh wie möglich, wenn du im Juli oder August reist.
- Starte die Wanderung früh am Morgen, um der größten Hitze zu entgehen.
- Trage feste Wanderschuhe. Die Route ist wunderschön, aber absolut nicht für Flip-Flops geeignet.
- Nimm ausreichend Wasser mit. Unterwegs gibt es keine Verpflegungsmöglichkeiten.
La Pelosa
La Pelosa, bei Stintino im Nordwesten Sardiniens, gehört zu den berühmtesten Stränden Italiens. Das flache, kristallklare Wasser wirkt fast tropisch. Genau deshalb ist dieser Strand extrem beliebt. Um die empfindlichen Dünen und den feinen Sand zu schützen, wurde eine Besucherbegrenzung eingeführt.
Im Sommer (vom 15. Mai bis 15. Oktober) darf täglich nur eine begrenzte Anzahl an Gästen an den Strand. Ohne Reservierung kommst du in der Hochsaison nicht auf das Gelände.
Zusätzlich gelten strenge Regeln, um den Strand sauber zu halten. So ist auf einigen Abschnitten eine Strandmatte unter dem Handtuch Pflicht. Das verhindert, dass der feine Sand an feuchten Tüchern kleben bleibt und abtransportiert wird. Matten kannst du vor Ort kaufen – oder du fragst in deiner Unterkunft nach, da viele Hotels diese kostenlos verleihen.
Wie reserviert man?
Über das offizielle Buchungssystem wählst du dein Wunschdatum aus und bezahlst die Eintrittsgebühr. Nach der Buchung erhältst du einen QR-Code, der am Eingang kontrolliert wird.
Pro Tag sind maximal 1.500 Personen zugelassen. 500 dieser Plätze können weit im Voraus gebucht werden, die restlichen 1.000 Plätze schalten sich erst 48 Stunden vorher frei. Diese sind extrem schnell ausverkauft – sitze also am besten pünktlich um 9:00 Uhr morgens am Buchungssystem!
Achtung! Es gibt einige Drittanbieter-Websites, die Tickets für 20 € pro Person verkaufen. Buche unbedingt direkt über die offizielle Website.
Unsere Tipps
- Du willst deinen Platz garantiert sichern? Buche ein Hotel in der Nähe, das Zugangstickets im Service anbietet.
- Komme früh am Morgen. So sicherst du dir nicht nur einen guten Platz am Strand, sondern auch einen Parkplatz.
- Bleibe nach Sonnenuntergang noch etwas in Stintino. Die Promenade ist gemütlich und bietet den perfekten Ausklang für deinen Strandtag.

Cala Brandinchi
Die Cala Brandinchi wird oft auch als „Klein-Tahiti“ bezeichnet. Diesen Namen verdankt der Strand seinem flachen, türkisblauen Wasser und dem schneeweißen Sand. Er liegt nahe San Teodoro und gehört zu den beliebtesten Stränden an der Nordostküste Sardiniens. Aufgrund der großen Nachfrage gilt auch hier in der Hochsaison ein Reservierungssystem.
Dieser Strand bietet eine hervorragende Infrastruktur: Von Liegestuhlverleihen über Bootstouren zur Insel Tavolara bis hin zu Stand-up-Paddling (SUP) und Kajaks. Ein Kiosk sorgt für Verpflegung und am Ende des Tages stehen Duschen bereit. Denk daran, Kleingeld mitzunehmen!
Wie funktioniert es?
Für einen Besuch in der Hochsaison (vom 1. Juni bis 30. September) musst du vorab reservieren. Es gibt insgesamt 1.500 Plätze. Die Buchung öffnet 2 Tage im Voraus um 18:00 Uhr online. Halte alle deine Daten bereit, denn du hast oft nur ca. 1 Minute Zeit, um das Formular auszufüllen!
Unsere Tipps
- Kombiniere den Besuch der Cala Brandinchi mit dem direkt benachbarten Strand Lu Impostu.
- Komm früh am Tag, wenn du Fotos ohne große Menschenmengen machen möchtest.
- Nimm Schnorchelsachen mit. Das klare Wasser ist ideal, um Fische zu beobachten.

Lu Impostu
Lu Impostu liegt direkt neben der Cala Brandinchi, wirkt aber meist etwas ruhiger. Der Strand ist breit, hat feinen weißen Sand und fällt flach ins Meer ab. Dadurch ist er ein ideales Ziel für Familien mit Kindern.
Obwohl Lu Impostu etwas weniger bekannt ist als die Cala Brandinchi, gilt hier in der Hochsaison (1. Juni bis 30. September) dasselbe Reservierungssystem.
Wie reserviert man?
Die Buchung erfolgt vorab online über dasselbe System wie bei der Cala Brandinchi. Wähle das Datum aus, schließe den Vorgang ab und speichere die Bestätigung auf deinem Smartphone.
Reist du im Juli oder August? Dann hast du bei Lu Impostu meist bessere Chancen auf ein Ticket als bei der Cala Brandinchi. Es gibt etwas mehr Kontingent und oft bekommt man am Vortag noch freie Plätze.
Unsere Tipps
- Du kannst auf demselben Parkplatz wie für die Cala Brandinchi parken. In der Hochsaison kostet dieser 2,50 € pro Stunde.
- Spaziere rüber zur Cala Brandinchi – die Strände liegen nur einen kurzen Fußweg voneinander entfernt.
- Nimm einen Sonnenschirm mit, da es kaum natürlichen Schatten gibt.

Tuerredda
Tuerredda liegt an der Südküste Sardiniens, zwischen Chia und Teulada. Durch die halbmondförmige Bucht und das kristallklare Wasser zählt dieser Strand für viele zu den schönsten der gesamten Insel. Entsprechend hoch ist der Andrang im Sommer.
Wie reserviert man für diesen Strand auf Sardinien?
Das erledigst du direkt auf der offiziellen Website von Tuerredda. Während der Hochsaison (1. Juni bis ca. 15. Oktober) gilt ein Limit von 1.100 Besuchern pro Tag. Die Online-Reservierung für den Folgetag öffnet jeweils morgens um 08:00 Uhr. Tuerredda gehört zu den Stränden, die extrem schnell ausgebucht sind.
Nach der Buchung erhältst du einen QR-Code, den du am Eingang vorzeigst. Die Reservierung kostet 3 € pro Person, Kinder unter 12 Jahren sind kostenfrei.
Unsere Tipps
- Du möchtest einen schönen Sonnenuntergang erleben? Ab 18:00 Uhr kannst du den Strand ganz ohne Reservierung besuchen.
- Vergiss deine Schnorchelausrüstung nicht – rund um die Felsen gibt es viele Fische zu entdecken.
- Kombiniere Tuerredda mit einem Abstecher zu den Stränden von Chia oder Pula, für die größtenteils keine Reservierung nötig ist.

Rena Bianca
Rena Bianca ist einer der bekanntesten Strände im Norden Sardiniens. Er liegt direkt im gemütlichen Ort Santa Teresa Gallura und bietet alles, was das Urlauberherz begehrt: feinen weißen Sand, türkisblaues Wasser und einen großartigen Blick auf Korsika.
Achtung! Genau wie bei La Pelosa ist die Nutzung einer Strandmatte unter dem Handtuch hier Pflicht. Du kannst deine eigene Matte mitbringen oder eine am Informationsstand am Strand kaufen.
Wie funktioniert die Reservierung für Rena Bianca?
Für Rena Bianca gilt in der Hochsaison eine Reservierungspflicht mit begrenzter Besucherzahl. Ein Platz kostet 3,50 € pro Person.
→ Hier geht es zur offiziellen Buchungs-Website
Pro Buchung können maximal 4 Plätze reserviert werden. Für Kinder unter 5 Jahren wird keine Reservierung benötigt.
Hinweis: Das Buchungssystem für Rena Bianca ist leider nicht besonders übersichtlich. Während man bei Lu Impostu oder Tuerredda direkt sieht, wie viele Plätze frei sind, muss man bei Rena Bianca die Wunschdaten einzeln ausprobieren.
Alternativen zu Rena Bianca
Ist dir Rena Bianca zu voll? In der Umgebung von Santa Teresa Gallura gibt es mehrere wunderschöne Strände, die oft entspannter sind:
- Cala Spinosa – eine kleine Bucht mit glasklarem Wasser, perfekt zum Schnorcheln.
- Spiaggia La Marmorata – ein weitläufiger Strand mit Blick auf die vorgelagerten Inseln.
- Cala Grande (Valle della Luna) – ein faszinierender Ort inmitten von imposanten Granitfelsen.

Gibt es auf Sardinien immer mehr Strände mit Reservierungspflicht?
Sehr wahrscheinlich ja. Sardinien setzt zunehmend auf nachhaltigen Tourismus. Die Gemeinden suchen nach Wegen, die am stärksten frequentierten Abschnitte besser zu schützen. Ein Reservierungssystem hat sich dabei als sehr wirkungsvolle Lösung erwiesen.
Das bedeutet jedoch keineswegs, dass du bald für jeden Strand ein Ticket brauchst. Im Gegenteil: Die allermeisten Strände auf Sardinien sind weiterhin völlig frei zugänglich. Es betrifft hauptsächlich eine Handvoll extrem beliebter Hotspots.
Dennoch lohnt es sich, vor dem Urlaub kurz die aktuellen Regeln zu prüfen, da sich Bestimmungen jährlich ändern können.
Tipps für die Strand-Reservierung auf Sardinien
Mit diesen Tipps vermeidest du Enttäuschungen im Urlaub:
- Prüfe vorab, ob eine Reservierung nötig ist
Für die Mehrheit der Strände brauchst du kein Ticket. Ein kurzer Blick auf die jeweiligen Gemeindeseiten schadet vor der Anfahrt aber nie. - Speichere deine Reservierung offline
An manchen Stränden ist der Mobilfunkempfang schwach. Mache einen Screenshot vom QR-Code oder lade dir die PDF-Bestätigung vorher herunter. - Informiere dich über Sonderregeln
Neben Ticket und QR-Code gibt es manchmal Zusatzregeln (wie die Mattensprechpflicht am Strand La Pelosa oder Rena Bianca). - Halte deine Daten bereit
Die Zeitfenster beim Buchen sind kurz – oft bleiben dir nur 60 Sekunden zum Ausfüllen. Wenn Kreditkarte und Daten bereitliegen, klappt es problemlos.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Nein. Die meisten Strände auf Sardinien sind frei zugänglich. Nur eine kleine Auswahl sehr gefragter Strände nutzt Reservierungssysteme oder Besucherlimits.
In der Regel gilt die Reservierungspflicht nur während der Hochsaison, etwa von Juni bis September. Der genaue Zeitraum variiert je nach Strand.
Manchmal ja, aber man sollte sich nicht darauf verlassen. Im Hochsommer sind die Plätze oft Tage im Voraus ausgebucht. Bei einigen Stränden werden Restkontingente am selben Morgen ab 07:00 Uhr freigeschaltet – ein Versuch lohnt sich also.
Nein, die Gebühren betragen meist nur wenige Euro. Sie dienen in erster Linie als Beitrag zum Schutz und zur Erhaltung der Naturschutzgebiete.
Durch die Begrenzung der Besucherzahlen bleiben die Strände sauberer, die Dünen werden geschützt und das empfindliche Ökosystem wird bewahrt.




