Westküste Sardinien: Schönste Orte, Highlights & Karte

Die Westküste von Sardinien ist vielleicht der schönste und am meisten unterschätzte Teil der Insel. Hier gibt es keine überfüllten Promenaden oder luxuriösen Yachthäfen, sondern wilde Klippen, farbenfrohe Dörfer, einsame Strände und sich schlängelnde Küstenstraßen mit Meerblick. Dies ist der Teil von Sardinien, den man am besten mit dem Auto oder dem Wohnmobil von Ort zu Ort erkundet. In diesem Artikel findest du die schönsten Orte an der Westküste Sardiniens, inklusive Tipps für deinen Besuch und Hinweisen, wie du sie am besten zu einem Roadtrip kombinierst.

Die schönsten Orte in West-Sardinien im Überblick

Um dir einen guten Überblick über die Westküste zu geben, habe ich die wichtigsten Orte unten auf der Karte markiert. So siehst du auf einen Blick, wie alles miteinander verbunden ist und wie du eine logische Route entlang der Küste und durch das Landesinnere planen kannst. Das ist besonders praktisch, wenn du einen Roadtrip planst oder einfach entscheiden möchtest, wo du während deiner Reise einen Zwischenstopp einlegst.

12 schöne Orte und Sehenswürdigkeiten in West-Sardinien

Bosa

Wenn du an der Westküste entlangfährst, kannst du Bosa schlichtweg nicht verpassen. Sobald du über die Panorama-Küstenstraße von Alghero aus ankommst, siehst du bereits die pastellfarbenen Häuser, die sich an den Hügel schmiegen, überragt von der mittelalterlichen Burg Castello Malaspina. Das Schöne an Bosa? Obwohl die Stadt extrem fotogen ist, fühlt sie sich absolut nicht wie eine Touristenfalle an. Es ist ein lebendiges, bodenständiges Städtchen, in dem die Einheimischen noch ganz entspannt auf einem Stuhl vor ihrer Haustür sitzen und die Woche Revue passieren lassen.
→ Lies auch unseren Blogbeitrag über Bosa mit weiteren Tipps

Meine besten Tipps für Bosa:

  • Verlieren in Sa Costa: Lass Google Maps ruhig in der Tasche stecken und schlendere durch die engen, steilen Gassen dieses historischen, farbenfrohen Viertels.
  • Aufstieg zur Burg: Ja, man kommt etwas ins Schwitzen, aber die Aussicht über die Dächer und den Fluss Temo ist den Aufstieg mehr als wert.
  • Den lokalen Stolz probieren: Lass dich auf einer Terrasse an der Piazza Costituzione nieder und bestelle ein Glas Malvasia di Bosa – einen goldgelben Wein, auf den die Einwohner mächtig stolz sind.

Tipp! Überspringe den geschäftigen Stadtstrand und fahre ein kleines Stück weiter nach Cane Malu. Dies ist eine wunderschöne, mondähnliche Landschaft aus weißem Kalkstein, in der das Meer ein natürliches Schwimmbecken aus den Felsen gewaschen hat. Ideal für eine einzigartige Abkühlung (nimm aber unbedingt Badeschuhe mit!).

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Alghero

Alghero ist eine der größeren Städte auf Sardinien, verfügt über einen eigenen Flughafen und liegt im Nordwesten der Insel. Sie ist somit die größte Stadt in West-Sardinien und absolut einen Besuch wert! Alghero ist keine typisch italienische Stadt, sondern hat vielmehr ein spanisches Flair. Es macht großen Spaß, durch das historische Zentrum zu schlendern. Lust auf ein besonderes Erlebnis? Dann kannst du einen tollen Kochkurs in Alghero machen.

Zwei tolle Tipps für Alghero, die wir selbst ausprobiert haben:

  • Eine Weinverkostung: Sardinien und Wein gehören einfach zusammen. Deshalb solltest du die Insel eigentlich nicht verlassen, ohne an einer Weinverkostung teilgenommen zu haben. Wir haben dieses kleine, gemütliche Weingut besucht und können es absolut empfehlen. Zur Verkostung gab es auch köstliche lokale Snacks.
  • Delfine beobachten: Du befindest dich hier direkt an der Küste. Obwohl eher der Norden und Osten von Sardinien für das Beobachten von Delfinen bekannt sind, kannst du auch von Alghero aus aufs Wasser fahren und die Tiere sehen. Oft ist es hier sogar ein ganzes Stück ruhiger, was andere Boote betrifft.
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Unser Lieblings-Café in der Stadt ist das Caffè Ristretto. Dort gibt es wirklich guten Kaffee, aber auch leckere Sandwiches und Kuchen.

Alghero ist ein hervorragender Ausgangspunkt, wenn du die West- und Nordküste Sardiniens entdecken möchtest. Ein Hotel-Tipp ist dieses Hotel etwas außerhalb von Alghero mit Pool und inmitten von Olivenbäumen.

Alghero
Hotel mit schwimbad Alghero

Sinis-Halbinsel

Die Sinis-Halbinsel fühlt sich ganz anders an als der Rest der Westküste. Sie ist flach, weitläufig und offen, geprägt von langen Stränden, Salzpfannen und einer Küstenlinie, die manchmal fast unwirklich ruhig wirkt.

Die bekanntesten Strände hier sind Is Arutas und Mari Ermi, deren Sand aus winzigen, weißen Quarzkörnern besteht. Das Wasser ist hier oft extrem klar, und im Vergleich zu anderen Teilen Sardiniens bleibt es überraschend ruhig.

An der Südseite liegen die Ruinen von Tharros, direkt am Meer. Du spazierst hier zwischen alten Steinsäulen mit Blick auf die Küste, was diesen Ort genauso besonders macht wie die Strände selbst.

Die Sinis-Halbinsel ist keine Region, an der man mal eben „schnell vorbeifährt“. Es lohnt sich viel mehr, sich ein paar Stunden oder einen halben Tag Zeit zu nehmen, um die Strände und die Aussichten in aller Ruhe zu genießen.

Oristano

Oristano ist nicht groß, aber sehr charmant. Da es direkt neben der Sinis-Halbinsel liegt, lassen sich diese beiden Ziele perfekt miteinander verbinden. Es gibt ein schönes historisches Zentrum mit gemütlichen Plätzen und ohne zu viele Touristen. Selbst im Sommer hält sich der Trubel hier meist in Grenzen.

Toller Tipp! Im Juli und August gibt es jeden Dienstagabend Live-Musik in Oristano. Die Restaurantterrassen sind dann gut gefüllt und es herrscht eine wunderbare, gesellige Atmosphäre.

Ganz in der Nähe von Oristano liegt der Olivenhain von Paola und Antonio. Die beiden sind ein super herzliches Paar und bieten Führungen sowie Verkostungen an. Mitten zwischen den Olivenbäumen steht ein gedeckter Tisch für dich bereit – in der passenden Jahreszeit geschmückt mit frischen Feigen –, an dem du ihre köstlichen Olivenöle probieren kannst.
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Oristano Sardinien
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Tharros

Tharros ist eine antike phönizisch-römische Stadt direkt am Meer auf der Sinis-Halbinsel. Was diesen Ort so besonders macht, ist nicht nur die Archäologie an sich, sondern vor allem die Lage: Ruinen alter Straßen und Säulen, hinter denen sich die offene Küstenlinie West-Sardiniens erstreckt.

Du spazierst hier buchstäblich durch ein Open-Air-Museum, allerdings mit Meerblick und dem Wind, der konstant über die Halbinsel weht. Die Ausgrabungsstätte ist nicht riesig, aber genau deshalb wirkt sie sehr nahbar und beeindruckend.

Tharros lässt sich hervorragend mit den Stränden von Sinis wie Is Arutas und Mari Ermi kombinieren. Alles liegt nah beieinander, sodass man hier problemlos einen halben bis ganzen Tag verbringen kann.

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Costa Verde & Dune di Piscinas

Die Costa Verde liegt im Südwesten der Westküste und ist einer der wildesten und unberührtesten Abschnitte Sardiniens. Hier gibt es keine belebten Promenaden oder Küstendörfer, sondern lange, einsame Strände, hohe Dünen und gleich mehrere verlassene Dörfer.

Diese Region ist absolut faszinierend, da sich hier einst die größten Blei- und Zinkminen Europas befanden. Hier und da stößt man daher noch auf völlig verrostete Loren. Bis Ende der 1960er-ahre war der Bergbau der wichtigste Wirtschaftszweig in dieser Gegend. Als die Krise kam, verließen die Familien ihre Häuser, um woanders ihr Geld zu verdienen. Daher rühren die Geisterdörfer und die manchmal etwas mystische Atmosphäre, die hier in der Luft liegt. Die verlassenen Bergbaustätten stehen sogar auf der UNESCO-Welterbeliste.

Die Costa Verde ist keine typische Urlaubsregion für Unterkünfte, aber eine fantastische Ergänzung für deinen Roadtrip entlang der Westküste Sardiniens. Besonders die Straße SP4 lässt sich wunderschön fahren.

Tipp! Der schönste Strand an der Costa Verde ist der Spiaggia di Piscinas. Die Anfahrt erfordert etwas Einsatz, da das letzte Stück hinter dem Geisterdorf Ingurtosu über eine Schotterpiste führt. Vor Ort gibt es Restaurants, man kann Sonnenschirme mieten und es findet sich eigentlich immer ein freies Plätzchen. Hier befinden sich auch die Dune di Piscinas – gewaltige Sanddünen, die bis zu 60 Meter hoch sind.

Masua, Nebida & die Bergbauküste Sardiniens

Masua und Nebida liegen an dem vielleicht rauesten Küstenabschnitt Sardiniens. Steile Klippen, verlassene Minengebäude und Aussichtspunkte über dem Meer lassen diese Region völlig anders wirken als den Rest der Insel. Es gibt auch eine wunderschöne Wanderung, die von Nebida nach Masua führt.

Der bekannteste Ausblick hier ist der auf den Pan di Zucchero (Zuckerhut) – ein riesiger Felsen, der kurz vor der Küste imposant aus dem Meer ragt. Besonders zum Sonnenuntergang ist dies einer der schönsten Orte an der Westküste.
Dies ist eine tolle Bootstour entlang des Pan di Zucchero und Porto Flavia

Ebenfalls spektakulär ist Porto Flavia, ein alter Bergbautunnel, der direkt in die Klippen geschlagen wurde. Früher wurde das Erz hier von den Bergen direkt auf die Schiffe verladen. Heute kann man Porto Flavia im Rahmen einer Führung besichtigen – der Blick aus dem Tunnel auf das offene Meer ist wirklich atemberaubend.

Lust auf etwas Aktivität? Dann ist die Wanderung zum Henry-Tunnel sehr zu empfehlen. Der Pfad führt hoch an der Küste entlang und bietet unterwegs tolle Ausblicke auf die Klippen, die alten Minengebiete und das Meer.

Dieser Teil Sardiniens wirkt rau, ruhig und absolut nicht touristisch. Genau deshalb war dies für uns eine der interessantesten Regionen der gesamten Westküste.

Fischerdorf Cabras

Cabras ist ein kleines Fischerdorf an der Westküste Sardiniens, ganz in der Nähe der Sinis-Halbinsel. Das Dorf selbst ist sehr ruhig, aber genau deshalb wirkt es noch herrlich lokal und authentisch.

Cabras ist vor allem für seine Lagune und den Fischfang bekannt. Insbesondere Bottarga (getrockneter Fischrogen) ist hier eine lokale Spezialität, die man auf vielen Speisekarten findet. Daher ist der Ort perfekt, um nach einem Tag an der Küste ausgiebig Fisch oder Pasta essen zu gehen.
→ Ein toller Restaurant-Tipp ist die Trattoria Sa Bell’e Crabasa, die viel frischen Fisch auf der Karte hat. Es gibt aber noch viele weitere gute Restaurants in Cabras.

Viele Reisende nutzen den Ort als Ausgangspunkt für die Sinis-Halbinsel, da man von Cabras aus sehr schnell an Stränden wie Is Arutas und Mari Ermi ist. Auch Tharros liegt gleich um die Ecke.

Cabras ist nicht unbedingt ein Ort mit großen, klassischen Sehenswürdigkeiten, sondern vielmehr ein wunderbarer Zwischenstopp, wenn du den ruhigeren und weniger touristischen Teil West-Sardinens entdecken willst.

Cabras Oristano Sardinien flamingo's beobachten

S’Archittu

S’Archittu is ein kleiner Küstenort, der vor allem für seinen natürlichen Kalksteinbogen direkt am Meer bekannt ist. Das Wasser ist hier extrem klar und die weißen Felsen verleihen dem Ort – besonders an sonnigen Tagen – ein fast schon tropisches Aussehen.

Das Dorf selbst ist klein und beschaulich, mit ein paar Terrassen am Wasser und einer entspannten Atmosphäre. Besonders am späten Nachmittag ist es hier wunderschön, wenn die Sonne tiefer steht und die Küste langsam in Orangetöne taucht.

Im Sommer sieht man hier regelmäßig Leute, die von den Felsen springen oder rund um den Bogen schwimmen. Man muss hier nicht viel Zeit einplanen, aber es ist ein toller Stopp, wenn man die Westküste hinauf in Richtung der Sinis-Halbinsel oder nach Bosa fährt.

S’Archittu westsardinien

Grotta di Nettuno

Na gut, die Grotta di Nettuno darf in dieser Liste einfach nicht fehlen. Die Neptungrotte liegt ganz in der Nähe von Alghero und ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Sardiniens. Das bedeutet allerdings auch, dass es hier im Sommer extrem voll wird.

Möchtest du diese Höhle unbedingt sehen? Dann solltest du den Besuch auf jeden Fall einplanen. Wenn du aber einfach nur generell eine Höhle besichtigen möchtest, gibt es viele andere Höhlen auf Sardinien, die weniger bekannt und mindestens genauso schön sind.

Du erreichst die Neptungrotte entweder mit dem Boot von Alghero aus oder über eine gewaltige Treppe (die Escala del Cabirol). Die Höhle selbst kann im Rahmen einer Führung mit einem Guide besichtigt werden.

Grotta di Nettuno Sardinië

Häufig gestellte Fragen

Ist die Westküste von Sardinien schön?

Ja, die Westküste von Sardinien ist wunderschön. Sie ist viel weniger bekannt und unterscheidet sich deutlich vom Osten oder dem Norden von Sardinien.

Was ist der schönste Ort an der Westküste?

Ich persönlich finde die Costa Verde wunderschön, aber auch die Sinis-Halbinsel ist ein absoluter Highlight-Tipp. Zudem gehört die Straße zwischen Alghero und Bosa zu den schönsten Panoramarouten Sardiniens.

Wie viele Tage braucht man?

Das hängt natürlich davon ab, was du dir alles ansehen möchtest, aber für einen Roadtrip entlang dieser Küste würde ich etwa 3 Tage einplanen.

Ist die Westküste ruhig?

Ja, absolut – vor allem im Vergleich zur Costa Smeralda oder zur Nordküste Sardiniens.

Braucht man ein Auto?

Ja! West-Sardinien ist ohne Mietwagen oder das eigene Auto auf Sardinien nicht zu empfehlen. Öffentliche Verkehrsmittel fahren längst nicht überall, sondern eigentlich nur zwischen den größeren Orten.

Möchtest du mehr über Sardinien erfahren?

Wir haben bereits viele Artikel geschrieben, damit du bestens für deinen Urlaub vorbereitet bist:

Die Strände Sardiniens
Einen Mietwagen auf Sardinien buchen
Die schönsten Orte auf Sardinien

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