Welcher Teil Sardiniens ist der schönste? – Nord, Süd, Ost oder West

Sardinien ist eine Insel, die immer wieder überrascht. Von schneeweißen Stränden und rauen Bergen über charmante Dörfer bis hin zu türkisblauem Wasser, das aussieht, als hätte jemand die Sättigung auf „tropisch“ gestellt. Gleichzeitig ist die Insel größer, als viele erwarten – und bei der Reiseplanung taucht schnell eine zentrale Frage auf: Welcher Teil von Sardinien ist der schönste?

In diesem Artikel vergleiche ich die vier Himmelsrichtungen Sardiniens ausführlich – mit ihren Vor- und Nachteilen, Reisetipps sowie Empfehlungen für Unterkünfte und Ausflüge. So weißt du genau, wo du auf Sardinien am besten übernachten solltest.

Der Norden Sardiniens – Luxus, Buchten und Insel-Feeling

Wenn man vom Norden Sardiniens spricht, meint man oft automatisch auch die Costa Smeralda. Das ist der bekannteste Teil der Insel, berühmt für kristallklares Wasser, weiße Sandstrände und luxuriöse Resorts. Küstenorte wie Porto Cervo, Palau und Santa Teresa Gallura ziehen im Sommer ein internationales Publikum an. Außerhalb der Saison ist es deutlich ruhiger – ab Mitte September schließen hier bereits viele Hotels und Restaurants.

Ein absolutes Highlight ist der La-Maddalena-Archipel nördlich von Palau. Diese Inselgruppe mit dutzenden kleinen Buchten zählt zu den schönsten Naturlandschaften Italiens. Du erreichst sie ganz einfach mit der Fähre oder im Rahmen einer Bootstour, um abgelegene Strände zu entdecken.
💡 Bootstouren zum La-Maddalena-Archipel entdecken

Im Norden gibt es noch viele weitere sehenswerte Orte. Die bekannteste Stadt ist Olbia, die uns persönlich jedoch weniger begeistert. Wir bevorzugen Sassari. Außerdem findest du hier einen der schönsten Strände Sardiniens: La Pelosa. Auch Castelsardo ist ein sehr hübsches Städtchen, und die Insel Asinara ist ein besonderes Ausflugsziel – dort kannst du unter anderem wilde Esel sehen und einen ganzen Tag verbringen.

Vorteile des Nordens:

  • Traumhafte Strände mit türkisfarbenem Wasser, ideal zum Schnorcheln und für Bootstouren
  • Große Auswahl an Unterkünften – von Luxushotels bis zu Agriturismi
  • Sehr gute Erreichbarkeit über den Flughafen Olbia

Nachteile:

  • In Juli und August sehr voll und teuer
  • Weniger authentisch als andere Teile Sardiniens

Tipp: Übernachte in einer kleinen Agriturismo etwas außerhalb der Costa Smeralda, zum Beispiel bei Arzachena oder San Pantaleo. So genießt du Ruhe und bist trotzdem schnell an der Küste.

Der Süden Sardiniens – unser Lieblingsgebiet

Der Süden Sardiniens fühlt sich wie eine ganz andere Welt an. Die Atmosphäre ist entspannter, die Strände sind breiter und die Preise meist etwas niedriger. Die Hauptstadt Cagliari ist eine ideale Basis für alle, die Stadt und Strand kombinieren möchten. Das historische Viertel Castello mit seinen engen Gassen und dem Blick über den Hafen ist absolut sehenswert – auch wenn der Aufstieg etwas anstrengend ist.

Östlich von Cagliari liegen die Strände von Villasimius mit weißem Sand und hellblauen Lagunen. Im Südwesten findest du die Region Chia, bekannt für ihre Dünen und ihr kristallklares Wasser. Wir waren im Winter häufig in Pula – dort sind noch Cafés geöffnet und es ist etwas lebendiger. Im Süden gibt es zahlreiche wunderschöne Strände sowie die Halbinsel Sant’Antioco, die einmal zur schönsten Gemeinde Italiens gewählt wurde und als älteste Stadt Sardiniens gilt.

Vorteile des Südens:

  • Breite Sandstrände und flaches Wasser, ideal für Familien
  • Ruhiger als der Norden, selbst in der Hochsaison
  • Schöne Mischung aus Stadt, Natur und Küste

Nachteile:

  • Weniger malerische Küstendörfer
  • Größere Entfernungen zwischen den Sehenswürdigkeiten im Süden Sardiniens

💡 Miete ein Auto in Cagliari und erkunde sowohl Villasimius als auch Chia. Die Strecke dazwischen zählt zu den schönsten Küstenstraßen der Insel.

Der Osten Sardiniens – wilde Natur und unberührte Buchten

Für alle, die Natur, Abenteuer und Ruhe lieben, ist der Osten Sardiniens ein Traum. Hier liegt die raue Region Ogliastra mit beeindruckenden Schluchten, Bergen und einsamen Stränden, die oft nur zu Fuß oder per Boot erreichbar sind.

Der Küstenort Cala Gonone ist eine perfekte Ausgangsbasis. Von hier aus erreichst du per Boot berühmte Buchten wie Cala Luna, Cala Mariolu und Cala Goloritzé – einige der schönsten Strände Sardiniens. Auch Wanderfreunde kommen auf ihre Kosten: Die Schlucht Gola di Gorropu, oft als „Grand Canyon Sardiniens“ bezeichnet, liegt im Supramonte-Gebirge und ist ein echtes Highlight.

Auch das Hinterland ist beeindruckend. Dörfer wie Baunei, Orgosolo und Dorgali geben dir einen authentischen Einblick in das sardische Alltagsleben, weit weg vom Massentourismus.

Vorteile des Ostens:

  • Atemberaubende Natur, ideal für Outdoor-Fans
  • Unberührte Strände, oft nur per Boot erreichbar
  • Authentische Atmosphäre und sehr gastfreundliche Einheimische

Nachteile:

  • Teilweise schwer erreichbar durch kurvige Bergstraßen
  • Weniger Infrastruktur außerhalb der touristischen Orte

Tipp: Kombiniere eine Bootstour entlang des Golfs von Orosei mit Wanderungen im Hinterland. Für aktive Reisende ist dies die schönste Region Sardiniens.

Der Westen Sardiniens – der unbekannte Teil der Insel

Die Westküste Sardiniens ist am wenigsten touristisch – und genau das macht sie so besonders. Hier steht das lokale Leben im Vordergrund. Farbenfrohe Städte wie Bosa und Alghero verbinden entspannte Atmosphäre mit historischem Charme. In Bosa spazierst du an pastellfarbenen Häusern entlang des Flusses Temo, während Alghero deutlich spanisch-katalanische Einflüsse zeigt und deshalb auch als „Barcelona Sardiniens“ bekannt ist.

Weiter südlich liegen die ehemaligen Bergbaugebiete von Sulcis-Iglesiente, die heute ideale Regionen zum Wandern und Radfahren sind. Auch Weinliebhaber kommen hier auf ihre Kosten: Rund um Oristano und Bosa findest du hervorragende lokale Weine und kleine Familienweingüter, bei denen man oft spontan zur Verkostung vorbeischauen kann.

Vorteile des Westens:

  • Authentische Dörfer, lokale Küche und wenig Tourismus
  • Wunderschöne Küstenstraßen und spektakuläre Sonnenuntergänge
  • Ideal für Ruhesuchende

Nachteile:

  • Weniger Sandstrände, häufiger felsige Küsten
  • Längere Fahrzeiten zwischen Sehenswürdigkeiten

Tipp: Übernachte in Bosa oder Alghero und unternehme von dort aus Tagesausflüge entlang der Küste. Die Sonnenuntergänge über dem Meer sind hier unvergesslich.

Also … welcher Teil Sardiniens ist der schönste?

Die ehrliche Antwort lautet: Jeder Teil Sardiniens hat seinen eigenen Reiz. Es kommt ganz darauf an, was du von deinem Urlaub erwartest.

  • Suchst du traumhafte Strände und luxuriöse Hotels? Dann ist der Norden ideal.
  • Möchtest du Ruhe, Weite und lange Sandstrände? Entscheide dich für den Süden.
  • Bist du Abenteurer oder Naturliebhaber? Dann ist der Osten dein Paradies.
  • Liebst du Authentizität und lokale Kultur? Dann fühlst du dich im Westen wohl.

Wenn ich selbst wählen müsste, sage ich: der Osten und der Süden Sardiniens. Dort erlebst du die Insel am ursprünglichsten. Morgens durch die Berge wandern, nachmittags in einer abgelegenen Bucht schwimmen und abends in einem Dorf essen, in dem die Nonna noch selbst Pasta macht – das ist für mich das echte Sardinien.

Praktische Tipps für deine Sardinien-Reise

Sardinien ist größer, als viele denken – etwa so groß wie Belgien – deshalb ist ein Mietwagen unverzichtbar. Buche ihn am besten im Voraus bei einem zuverlässigen Anbieter wie Sunny Cars.

Für eine erste Reise von 10 bis 14 Tagen empfiehlt es sich, ein oder zwei Regionen zu kombinieren, zum Beispiel den Süden mit dem Osten oder den Norden mit dem Westen.

Beliebte Rundreise-Route:

  1. Start in Cagliari (Süden)
  2. Fahrt über Villasimius Richtung Osten
  3. Übernachtung in Cala Gonone oder Orosei
  4. Weiterfahrt entlang der Küste in den Norden
  5. Ende bei La Maddalena oder Alghero

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