Sagt man Sardinien, denken die meisten sofort an August, 35 Grad, überfüllte Strände und Handtuchkämpfe um ein bisschen Platz. Verständlich – die Insel ist wunderschön. Aber Sardinien ist auch außerhalb des Sommers eine großartige Reiseidee! Wir selbst waren im Winter dort, und obwohl vieles geschlossen ist, ist die Natur immer noch beeindruckend schön und man kann hervorragend essen. Kurz gesagt: Sardinien ist ein tolles Reiseziel in der Nebensaison.
💡 Überlegst du ernsthaft, in der Nebensaison zu reisen? Dann lies auch unsere Erfahrungen mit dem Überwintern auf Sardinien!
Warum Sardinien in der Nebensaison eine richtig gute Idee ist
Weniger Touristen
In der Nebensaison fühlt sich Sardinien einfach wie Sardinien an – nur ohne überfüllte Strände und lange Wartezeiten. Du musst in Restaurants nicht reservieren, um überhaupt noch einen Tisch zu bekommen. Klar, im Sommer ist das nicht überall gleich schlimm, aber der Unterschied ist enorm. Manchmal hast du einen Strand sogar ganz für dich allein.
Angenehmeres Klima
Im Sommer klettert das Thermometer problemlos über 35 Grad. Schön für die Siesta, weniger schön für alles andere. Im Frühling und Herbst liegen die Temperaturen meist zwischen 15 und 25 Grad: warm genug für Sonne, kühl genug für Aktivitäten, ohne dass man gefühlt verdampft.
Günstiger
Flüge, Unterkünfte und Mietwagen sind außerhalb der Hochsaison oft deutlich günstiger. Wir sind selbst mit der Fähre nach Sardinien gereist – im Winter fährt sie zwar seltener, ist dafür aber oft preiswerter. Für Flüge nach Sardinien gilt Ähnliches: weniger Auswahl, dafür häufig gute Angebote.
Authentischer erleben
In der Nebensaison erlebst du die Insel so, wie die Einheimischen sie kennen. Kein Massentourismus, sondern Wochenmärkte, Dorffeste und Gespräche, die nicht nach 30 Sekunden enden, weil schon der nächste Tisch wartet. Mehr Zeit, mehr Aufmerksamkeit, mehr Charme.
Perfekt für aktive Reisen
Das ist die beste Zeit für Wandern, Radfahren und Outdoor-Aktivitäten. Die Natur ist grün, die Luft oft klar und die Temperaturen ideal. Perfekt, wenn du auf Sardinien wandern möchtest – vor allem, wenn du eine mehrtägige Wanderung planst. Auch für Wassersportler, etwa Windsurfer, ist Sardinien in dieser Zeit sehr attraktiv.
Der Herbst auf Sardinien
Der Herbst ist vielleicht unsere liebste Jahreszeit auf Sardinien. Im September und Oktober sind es oft noch 20–25 Grad, und das Meer ist vom Sommer angenehm warm. Strandtage? Absolut. Aber ohne Handtuch-Stress.
Oktober und November sind Erntemonate. Überall schmeckst du frisches Olivenöl und lokale Weine wie den bekannten Cannonau. In Wein- und Olivendörfern ist jetzt Hochbetrieb für die Einheimischen, die oft in großen Gruppen auf den Feldern arbeiten. Manchmal liegt sogar der Duft von vergorenen Trauben in der Luft.
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Für Wanderer und Radfahrer ist der Herbst ideal. Die Hitze ist vorbei, die Natur riecht frisch, und in Nationalparks wie dem Gennargentu-Nationalpark wanderst du auf Routen, auf denen dir mit etwas Glück Mufflons oder Adler begegnen.
Der Frühling auf Sardinien
Im Frühling erwacht Sardinien – und wie. Nach dem Winter steht alles in Blüte: bunte Blumenfelder, grüne Hügel und Kräuter, die man riecht, bevor man sie sieht.
In März, April und Mai liegen die Temperaturen meist zwischen 15 und 22 Grad. Perfekt für aktive Urlaube.
Reist du mit Kindern nach Sardinien? Dann ist die Maiferien-Zeit ein echter Geheimtipp: weniger los, oft günstiger und angenehm warm, ohne dass man ständig Schatten suchen muss.
Die Strände sind im Frühling herrlich leer. Im März ist das Meer noch frisch, im Mai wird Schwimmen zunehmend angenehmer.
Ebenfalls schön: Der Frühling ist reich an lokalen Festen.
– Ostern wird ausgiebig gefeiert
– Im Mai findet das beeindruckende Sant’Efisio-Fest in Cagliari statt, eines der größten traditionellen Feste der Insel.
Der Winter auf Sardinien – unsere eigene Erfahrung
Im Winter zeigt sich Sardinien von einer ganz anderen Seite. Es ist ruhiger und kühler, mit Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad. Kein klassischer Strandurlaub, aber ideal für Ruhesuchende und Wanderer. In den Bergen liegt manchmal sogar Schnee. Trotzdem ist alles erstaunlich grün, und wir haben viele blühende Pflanzen gesehen.
Wir selbst waren im November und Dezember auf Sardinien – und fanden es großartig. Besonders im November hatten wir regelmäßig Temperaturen um oder sogar über 20 Grad, im Dezember waren es meist etwa 15 Grad. Wir waren im Süden der Insel unterwegs; im Norden und im höher gelegenen Landesinneren ist es oft ein paar Grad kühler.
Dezember und Januar sind überraschend stimmungsvoll. Weihnachtsmärkte, traditionelle Feste und Dörfer, die manchmal ruhig wirken – während Städte wie Cagliari richtig lebendig sind. Wir haben überwiegend in Pula übernachtet, einem Ort, der auch im Winter lebhaft bleibt. Restaurants waren geöffnet, Terrassen genutzt – ja, einige Geschäfte hatten geschlossen. Das gehört einfach dazu.





